Die rituelle Sexualität - als Wendepunkt / Kapitel 6
von Dieter Krauss, 1997

In der sechsten und letzten Folge unserer Serie über

 

wollen wir in einigen

wesentlichen Grundgedanken nochmals aufzeigen, dass Tantra weit über das Übliche hinaus geht.

Im weiteren schildert ein OsA-Leser seine Eindrücke, die er bei

 

erleben durfte.

Bisher gab es verschiedene Zielsetzungen bei der Anziehung der Geschlechter. Zum Beispiel der reine Sex, die Ehe, die Fortpflanzung oder aber auch die Freundschaft. Daher ist eine Frau, welche die Zeitspanne der natürlichen Annäherung der Geschlechter mit finanziellen Interessen verfolgt, in unserer Gesellschaft nicht gern gesehen. Man vermutet zurecht, dass es Ihr dabei nur auf das Geld ankommt und ihr der dazugehörige Mensch eher unwichtig ist.

Der entscheidende Unterschied

Bei

 

tritt nun erstmals eine völlig andere und alles entscheidende neue

Zielsetzung an die Stelle der bisherigen Motivation, wann immer es um Sex ging: "Die universale, taoistische Philosophie". 

Es geht beim

 

- Ritual im Wesentlichen um die Einsicht, dass allen äusseren

Erscheinungsformen, seien sie auch noch so getrennt voneinander, ein gemeinsamer Sinn und eine spirituelle Wirklichkeit zugrunde liegen. Während dieses Tantrarituals, will man sich mit dem jeweiligen Tantrapartner, wieder zu diesem einheitlichen Ursprung allen Seins emporschwingen. Und wird man sich dieses gemeinsamen Urgrundes allen Geschehens auf dieser Welt durch den physischen und vor allem durch den kosmischen Orgasmus wieder gewahr, ist es so, als ob man wieder neu geboren worden sei.

Robin Oakland, Initiator von

 

hat bei sich und vielen anderen erlebt, dass dadurch

eine neu erworbene, weise innere Kraft alle persönlichen Angelegenheiten in viel positivere Bahnen lenkt. Es ist, als ob jemand einen Weichspüler in das eigene Leben hineingegossen hätte. Der Prozess, der dabei abläuft ist eine Metamorphose, die das Innere auf eine höhere Ebene transformiert. Unmerklich entsteht auch ein neues Verhältnis zum Leid auf dieser Welt und eine grosse Demut vor der Allmacht des göttlichen Prinzips. All dies mehr und mehr zu erreichen, ist - im Gegensatz zu Bisherigem, die

Hauptmotivation einer Masseurin bei

 

«Sex, Geilheit, Erotik und Ekstase sind

dabei nur unverzichtbare Hilfsmittel». Es sind Hilfsmittel, die aus der Sicht unserer heutigen Gesellschaftsordnung tabuisiert und verdrängt sind und deshalb heutzutage in den meisten Fällen in minderwertiger Form zum Ausdruck kommen. Erst wenn der sexuelle Trieb - die Urform jeder Affinität, wieder neben einer edlen und auf das Höhere ausgerichteten Zielsetzung als unverzichtbare Antipode anerkannt wird, können sich diese beiden Elemente zu einer neuen und vor allem glückbringenden Einheit verbinden. Das fatale Missverständnis unserer heutigen Zeit besteht nach Robin Oakland darin, dass man in der persönlichen weiterentwicklung ein nach oben gehen und nicht eine qualifizierte Zentrierung in der Mitte versteht. Diese tiefere und gerade für unsere heutigen Verhältnisse essentielle Einsicht verdeutlicht bereits der Mystiker Johann Georg Gichtel in seiner Chakrazeichnung aus dem Jahre 1696 (siehe Originalbild) besonders gut. Der Unterschied zu herkömmlichen, erotischen Dienstleistungen liegt also in dem Ziel, das angestrebt wird. (Bild Links: Die Chakras nach Gichtel).

Aber gerade dieses Ziel zeigt, dass die

 

Masseurin eben keine Prostituierte im

herkömmlichen Sinne ist, sondern ein Mensch, dem es um die Verwirklichung von werthaltigen Lebenskonzeptionen bei sich und ihrem Tantra-Partner geht. Die ist auch der Grund dafür, dass sie sich bei jedem Klienten seelisch und gefühlsmässig miteinbringt. Innerhalb der 1 1/2 Stunden, die das Gesamtritual dauert, wird so der gesamte Ablauf zu einer Art heiligen Zeremonie, wie es bereits im sechsten Jahrhundert in den indischen Liebestempeln der Fall war. Dass unter diesen Umständen eine solche rituelle Ganzkörpermassage mit Geld nicht zu bezahlen wäre, kann man sich so gut vorstellen.

Hans, 48J aus St. Gallen, war bei

 

und hat uns seine Erlebnisse geschildert.

Was haben Sie aufgrund unserer Serie von Cosmic-tantra erwartet, und wie haben sie es wirklich erlebt?

Schon bevor ich in den letzten zwei OSA Ausgaben von

 

erfahren habe, hatte ich

ein Buch zu diesem Thema gelesen. Nun wollte ich einmal das Ganze live erleben. Leider habe ich eine Partnerin, die diesen Weg nicht mit mir teilen will. So war es für mich entscheidend, dass ich bei

 

nun endlich ein weibliches Wesen vorfinden würde, dass mir ein tantrisches

Erlebnis ermöglicht. Als ich dieses faszinierende Ritual erleben durfte, war ich tief beeindruckt. Nicht nur die Massagetechnik war hervorragend, ich war auch von der Wirkung absolut überrascht. Aber eben auch das Mystische kam dabei voll zur Entfaltung.

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