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Alle indischen Religionen und Philosophien gehen auf die vedische Religion zurück, die zeitlich auf die Einwanderung der Indogermanen datiert ist. Etwa 300 Jahre vor Christus machte zunächst ähnlich wie in Griechenland Sokrates ein philosophischer Lehrer in Indien von sich reden. Lao Tse. Er gilt als Begründer des Taoismus. Das Tao ist wie der Ursprung des Seins. Es ist das weise waltende Weltgesetz, das im Kleinen wie im Grossen ausnahmslos zum Ausdruck kommt. Durch die zwei grossen Urkräfte Yin und Yang offenbart sich das Tao in unserer Welt. Ziel des Wahrheitsschülers im Taoismus ist, die Grenzen zwischen dem Ich und dem Du, dem Innen und Aussen einzureissen. Es soll dazu dienen, einer höheren Einheit mit dem "Principe unique", dem kosmischen Urgrund auf allen Ebenen des Seins heranzureifen.
Ab dem 5. Jahrhundert nach Christus bestimmte dann der Tantrismus das religiöse und gesellschaftliche Leben in Indien. Die religiöse, philosophische Strömung basiert auf den Einsichten des Tao, aber mit einem entscheidenden Unterschied. Die Gleichberechtigung von Mann und Frau wurde gefordert, weil ja auch Yin und Yang zwar unterschiedlich, aber eben doch gleich wichtig sind. Zu diesem Ergebnis kam man, weil sich die Grundkenntnis durchgesetzt hatte, dass die sexuellen Urenergien der intensivste Ausdruck von Yin und Yang sind.
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